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Verfolgt, vertrieben und vergessen
Aus der Geschichte der jüdischen Familie Röttgen in Sprockhövel.
Vor 60 Jahren, im Frühjahr 1942, begannen die Deportationen der Juden aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis in die Vernichtungslager. Aus diesem Anlass soll hier an die jüdische Sprockhöveler Familie Röttgen erinnert werden.
Um 1849 zog ein junges Ehepaar in die Gemeinde Niedersprockhövel: der in Wattenscheid gebürtige Aron Röttgen und seine Frau Julie geb. Albersheim, die aus Dülmen stammte. Es waren die ersten jüdischen Bewohner Sprockhövels; bis zu ihrer Vertreibung aus der Gemeinde sollte es auch die einzige jüdische Familie bleiben.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich jüdische Familien auch in den westfälischen Landgemeinden nieder. Bis dahin waren sie fast ausschließlich in den Städten ansässig. Jahrhundertelang waren Juden diskriminiert, waren Sündenböcke bei Seuchen, Missernten und Krisen, wurden ausgegrenzt und verfolgt. Erst die Französische Revolution mit ihrer Forderung nach "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" leitete den Prozess der rechtlichen Gleichstellung der Juden auch in Deutschland ein. Die in Preußen vorherrschenden christlich-konservativen Kräfte praktizierten jedoch weiterhin einen behördlichen und klerikalen Antisemitismus, der gemeinsam mit dem latenten Antisemitismus der Bevölkerung den jüdischen Mitbürgern das Leben schwer machte.
Beispielhaft für die Judenfeindschaft speziell der preußischen Staatsbeamten sind die bösartigen Äußerungen des Sprockhöveler Amtmanns Noelle 1847: "Da, wo Intelligenz und Wohlhabenheit herrscht, lässt sich kein Jude nieder, weil er da nach seiner ihm eigentümlichen Handlungsweise sein Fortkommen nicht findet. Es findet sich überall bewahrheitet, dass da, wo Dummheit und Armut herrschen, die meisten Juden sich eingenistet haben und dabei reich werden, indem sie da noch immer etwas abzuzwicken wissen, bis ihm der Arme ganz eigen ist; dieserhalb das ganze Amt Sprockhövel bis hierhin noch stets mit Handelsjuden verschont geblieben ist." Davon abgesehen, dass im Sprockhövel zu Noelles Zeiten "Intelligenz" und Wohlhabenheit nicht gerade üppig vertreten waren, ist diese pseudowissenschaftlich unterstellte Korrelation zwischen Armut und jüdischem Bevölkerungsanteil nichts als Unfug.
In Preußen - zu dem unserer Region gehörte - war erst ab 1869 mit dem "Gesetz betreffend die Gleichberechtigung der Konfessionen in bürgerlicher und staatsbürgerlicher Beziehung" die formale gesetzliche Emanzipation der Juden erreicht. Diese formaljuristische Gleichstellung beseitigte jedoch nicht automatisch die Diskriminierungen und Vorurteile gegenüber Juden, die weiterhin bestehen blieben und im Holocaust seinen entsetzlichen Höhepunkt fanden.
Röttgens waren natürlich nicht die einzigen Zuwanderer in dieser Zeit in Sprockhövel. Gerade der Sprockhöveler Raum mit seinem Bedarf an Fuhrleuten, Steinhauern, Tagelöhnern und Bergleuten war am Vorabend der Industrialisierung das Ziel zahlreicher Menschen, die sich hier eine Existenz ohne Hunger und Not versprachen. Ganz arm waren Röttgens sicher nicht. Sie erwarben ein Haus mit Grundstück an der Chaussee am Eicken, heute Hauptstraße 82, und gründeten hier einen Viehhandel. Damit trugen sie zur Fleischversorgung der sprunghaft gewachsenen Bevölkerung Sprockhövels bei. Ob und wie der Antisemitismus des Amtmannes und anderer Offizieller sich auf das Verhalten der Sprockhöveler Bevölkerung zu Aron und Julie Röttgen auswirkte, ist nicht überliefert.
1850 wurden die ersten Kinder des jungen Paares geboren: Berta und Elfriede. Berta heiratete später Moritz Blume aus Blankenstein und Elfriede den Wattenscheider Samuel Cohn. 1853 folgte Sophie, die später mit ihrem Ehemann Robert Schweitzer in Amsterdam lebte. Rosa wurde 1856 geboren; sie heiratete 1880 Siegmund Friedberg in Krefeld. 1859 folgte Paula, die 1939 in Wuppertal verstarb. Der "Stammhalter" Nathan erblickte 1861 das Licht der Welt und übernahm später den Betrieb des Vaters. Die sechste Tochter Emma, geboren 1866, betrieb in Düsseldorf ein Schuhgeschäft und heiratete den gebürtigen Kölner Leopold Israel. Sie starb 1940 in Hamburg. Auch die jüngste Tochter Ida, * 1869, starb 1939 in Hamburg. Sie war mit Leopold Weisskopf in Barmen verheiratet gewesen. Ihre Ehepartner suchten sich die Kinder, wie auch die evangelischen und katholischen Mitbürger, innerhalb ihrer Konfession, das hieß für sie, außerhalb Sprockhövels. Ihr Verwandten- und wohl auch Freundeskreis hatte durch die geringe Zahl jüdischer Menschen in der Gesellschaft einen erheblich größeren Radius als der ihrer Sprockhöveler Mitbürger. Allein der Bezirk der für sie anfangs zuständigen Synagogengemeinde Hagen erstreckte sich auf den Raum zwischen Schwelm und Hagen mit Volmarstein und Herdecke. 1894 konnten sich Röttgens wie auch Familie Blume in Blankenstein dem 1856 gegründeten Synagogenbezirk Hattingen anschließen.
Die Familie Röttgen war eine in die dörfliche Gemeinschaft integrierte bürgerliche Familie. Aron Röttgen gehörte 1881 zu den Gründern des Sprockhöveler Turnvereins. Sein Enkel Hans war in seiner Jugend als Fußballer bei der TSG Sprockhövel im ganzen Dorf bekannt.
1882 wurde Nathan Röttgen Geschäftsinhaber. Er heiratete Clara Meyer aus Salzkotten, mit der er fünf Kinder hatte: Hildegard (1894), Herta (1897), Emmi (1900), Hans (1902) und Paula (1906). Hildegard heiratete 1922 ihren Cousin Paul Cohn aus Wattenscheid. Hans verließ Sprockhövel 1923 und heiratete später Edith Cohn aus Bochum. Herta und Emmi heirateten ebenfalls und zogen fort. Einzig die jüngste Tochter Paula heiratete 1930 einen nichtjüdischen Partner, den katholischen Reichsbahner Josef Oppel. 1929 starb Nathan Röttgen im Alter von 68 Jahren.
1929 war der Beginn der Wirtschaftskrise, die auch in Sprockhövel zu hoher Arbeitslosigkeit und zum Ruin zahlreicher Geschäfte führte. Bei den letzten freien Wahlen im November 1932 erreichte die NSDAP im Amt Sprockhövel 33,7 % der Stimmen. Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gehievt wurden, begann für die Juden - wie lange vorher angekündigt - die Zeit der Verfolgung und Entrechtung. Für seine Massenbasis, die in der Wirtschaftskrise vom sozialen Abstieg bedrohten und in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdeten und verunsicherten Mittelschichten, bot der faschistische Staat ein Ventil für die Ängste und Aggressionen an. Neben Kommunisten, Sozialdemokraten, Liberale waren vor allem die Juden personalisierte Angriffsziele in einer deformierten Gesellschaft, in der die Anderen, die Fremden "entmenschlicht" und Hass und Gewalt verherrlicht wurden. Im April 1933 setzte der Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte ein. Jüdische Beamte wurden in den Ruhestand versetzt. Schritt für Schritt wurde die Entrechtung und Ausgrenzung der Juden realisiert: Ausschluss von der Reichsbürgerschaft, Verbot der Eheschließung zwischen Juden und "Ariern" (1935), jüdischen Ärzten und Juristen wurde die Zulassung entzogen, Juden durften kein Geschäft und kein Handwerk mehr betreiben, keine öffentlichen Schulen und Universitäten besuchen, nicht ins Kino, ins Theater oder ins Schwimmbad gehen (1938). In Sprockhövel lebten zu diesem Zeitpunkt nur noch die Witwe Clara Röttgen und ihre Tochter Paula mit Familie. Hans und Hilde waren mit ihren Familien längst ausgewandert - ein menschenwürdiges Leben konnten sie in Deutschland nicht mehr führen.
Paula blieb; sie und ihr Mann Josef Oppel hatten mittlerweile einen Sohn, der 1938 in die katholische Schule eingeschult wurde. Dem "arischen" Ehemann wurde von den Behörden mehrmals die Scheidung nahegelegt. Josef Oppel lehnte stets ab; Paula konnte weiterhin in einer "privilegierten Mischehe" leben, die sie vorläufig vor der völligen Entrechtung und Deportation schützte. Die Ehe mit einer Jüdin bedeutete jedoch das Ende der beruflichen Laufbahn von Josef Oppel. Erst nach dem Krieg wurde er verbeamtet und Obersekretär bei der Bundesbahn.
Hans Röttgen drängte nun seine Mutter, zu ihm nach Sao Paolo/Brasilien zu kommen, wo auch Hildes Familie Zuflucht gefunden hat. Die alte Frau, die seit fast 50 Jahren in Sprockhövel lebte, war 69 Jahre alt und fast taub. Als im November 1938 in Deutschland die Synagogen brannten, jüdische Geschäfte zerstört und jüdische Menschen misshandelt, inhaftiert und erschlagen wurden, entschloss sich die entsetzte Clara Röttgen endlich zur Auswanderung. Haus und Garten übertrug sie an den "arischen" Schwiegersohn; den weiteren Grundbesitz, eine knapp zwei Hektar große Wiese westlich des evangelischen Friedhofes und Gartenland in Bahnhofsnähe, verkaufte sie an einen befreundeten Landwirt. Doch die Gauleitung genehmigte diese Verträge nicht. Wie die Geier stürzten sich Geschäftsleute und Partei auf die begehrten zentrumsnahen Grundstücke. Clara Röttgen wurde nun massiv unter Druck gesetzt: Die Behörden drängten nun zur Auswanderung, mit der die "Judenvermögensabgabe" fällig würde. Das Grundstück um die heutige Otto-Hagemann-Straße/Hölterstraße erwarb zu einem lächerlich niedrigen Preis die Gemeinde Niedersprockhövel, die selbst diesen Spottpreis nur zu einem geringen Teil bezahlte. Den Rest den Grundbesitzes verleibte sich die Firma Düsterloh ein. Unter dem Stichwort "Entjudung des Grundbesitzes" sind die Schriftstücke im Stadtarchiv Sprockhövel noch vorhanden. Gemeinsam mit der Akte "Wiedergutmachungssache Erben Röttgen", die 1949 begann, ist dieser Vorgang ein beklemmendes Lehrstück, an dessen Ende die Familie Röttgen die Betrogene blieb. Bezahlt wurde die Erbengemeinschaft Röttgen für Acker- und Weideland, das jedoch schnell nach der "Wiedergutmachung" von der Gemeinde als wertvolles Bauland verkauft wurde.
Clara Röttgen trat kurz vor Kriegsbeginn die Reise nach Brasilien an; sie starb dort acht Jahre später im Schmerz über die verlorene Heimat und den Verlust zweier ihrer Töchter, Herta und Emmi, die mit ihren Ehemännern und Kindern im KZ ermordet worden waren. Das Leben der einzigen in Sprockhövel verbliebenen Tochter Paula Oppel war alles andere als leicht; viele Mitbürgerinnen und Mitbürger gingen der Jüdin aus dem Weg. Auch ihr Sohn Günter (*1932) litt als "Mischling ersten Grades" unter den Diskriminierungen des NS-Staates. Der Ausschluss aus Hitlerjugend und Jungvolk war durchaus zu verschmerzen, doch durfte Günter keine höhere Schule besuchen. Ihm stand als "Halbjude" ein Leben dritter Klasse bevor, bedroht von Deportation und Zwangsarbeit. Isoliert war der Schüler Günter Oppel jedoch nicht - auch er hatte Freunde, die zu ihm hielten. Seine Lehrer an der Schule Nord, mit Ausnahme des Schulleiters Schmitt, erlebte Günter Oppel als korrekt. Mit viel Bitterkeit erinnerte er sich noch 50 Jahre später an die Gemeinheiten des Sprockhöveler NSDAP-Ortsgruppenleiters.
Im Juli 1941 zog eine Cousine von Paula Oppel, Meta Blume, ins Haus der Familie Oppel. Im Blankensteiner Ortskern hatten Max und Meta Blume ein Textilgeschäft betrieben. Mit einem Karabiner schlugen SA-Männer in der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 die Schaufensterscheibe des Geschäftes ein. Max Blume und sein Sohn Günter wurden in "Schutzhaft" genommen und bedroht. Unter Druck mussten Blumes ihr Geschäft schließen und gemeinsam mit dem Haus verkaufen. Max Blume, dessen bürgerliche Existenz nun vernichtet war, starb im Alter von 59 Jahren im Juni 1939. Ihre Kinder waren ausgewandert, der Ehemann verstorben, die Lebensgrundlage zerstört. Nun wurde die eingeschüchterte und verarmte Meta Blume gezwungen, ihre Wohnung aufzugeben. Sie sollte wie alle anderen in Hattingen verbliebenen Juden in einer alten Gewehrfabrik in der Nähe der Ruhrbrücke interniert werden. Die Lebensumstände waren hier menschenunwürdig; bis zu zehn Frauen mussten sich einen Raum in dem baufälligen Gebäude teilen und dafür noch Miete zahlen. In ihrer Verzweiflung gelang es ihr, die Erlaubnis zum Umzug zu den Verwandten nach Sprockhövel zu erlangen. In der Öffentlichkeit musste Meta Blume nun den Judenstern tragen. Die verängstigte, einst so elegante Frau, wagte sich hier kaum noch aus dem Haus.
Zu diesem Zeitpunkt bereiteten Partei- und Regierungsspitzen in Berlin "eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflussgebiet in Europa" vor. Juden durften sich nach 20 bzw. 21 Uhr nicht mehr im Freien aufhalten, ohne schriftliche Erlaubnis der Polizei ihre Wohngemeinde nicht mehr verlassen, nicht mehr auswandern und mussten jede zugewiesene Arbeit annehmen. Im Oktober 1941 wurden erstmals Juden aus dem Rheinland in die Lager und Ghettos des Ostens deportiert. Im Januar 1942 begannen die Massenvergasungen in Auschwitz und die ersten Deportationen aus dem Regierungsbezirk Arnsberg.
Auch die 56jährige Meta Blume trat von Sprockhövel aus die Reise in den Tod an. Im Meldebuch der Gemeinde heißt es lakonisch: "Nach Mitteilung der Polizei am 27. April 1942 der Stapostelle Dortmund überführt". Ihr letzter amtlich bekannter Aufenthaltsort war Zamosc in Polen. Nach der Familienüberlieferung wurde Meta Blume zunächst nach Theresienstadt deportiert. Mit Sicherheit befand sie sich in dem Transport, der am 28. April mit den Hattinger Juden den Bahnhof Hattingen verließ. Ein weiterer Transport von insgesamt 1000 Juden, unter anderem aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis erfolgte am 29. Juli 1942 von Dortmund nach Theresienstadt. Der Transport wurde im Saal der Dortmunder Gastwirtschaft "Zur Börse" in der Nähe des Steinplatzes zusammengestellt. Die Betroffenen mussten ihr Gepäck abgeben, das sie nie wiedersahen. Einen grauenhaften Bezug bekommt dieser Ort zu einem Gedicht in dem antisemitischen Hetzblatt "Der Stürmer", frei und sarkastisch nach Goethe:
"In allen Börsensälen ist Ruh, Von den Kindern Israels findest du Kaum einen Hauch. Da drüben noch einige Schreier, aber warte nur, Abraham Meyer, bald ruhest du auch." Als Kommentar war hinzugefügt: "Dieser Wunsch und diese Vorhersage gehen in unseren Tagen in Erfüllung." Die Gaststätte "Zur Börse" und andere Sammellager in Dortmund waren Ausgangspunkt für die Deportation von ca. 5000 Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg zwischen 1942 und 1945 nach Riga, Zamosc/Lublin, Theresienstadt und Auschwitz. Aus Hattingen kehrten nur fünf Überlebende aus den Lagern zurück. Meta Blume wurde 1950 vom Amtsgericht Hattingen für tot erklärt.
Auch Paula Oppel, die keinen Judenstern tragen musste, war nicht sicher. Noch im August 1944, als das Kriegsende längst abzusehen war, wurden die jüdischen Ehepartner aus den "privilegierten Mischehen" deportiert, um zunächst auch deren Arbeitskraft für den "Endsieg" bis zur Erschöpfung auszubeuten. Die jüdischen Frauen aus dem Regierungsbezirk Arnsberg wurden nach Kassel-Bettenhausen verschleppt, in eine zur Spinnstofffabrik umfunktionierte Schule, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten. Josef Oppel, der als Eisenbahner noch relativ mobil war, gelang es einige Male, sie dort zu besuchen. Einmal nahm er seinen Sohn Günter mit; es wurde eine Odyssee durch ein zerstörtes Land, denn die Züge fuhren nur noch bis Warburg. Kassel war schon völlig zerbombt, aber gerade in den letzten Kriegswochen riss der untergehende Vernichtungsapparat der Nazis erbarmungslos tausende Zwangsarbeiter und potentielle Nazi-Gegner mit in den Tod. Dem Erschießungskommando für die jüdischen Frauen in Kassel kamen Anfang April 1945 amerikanischen Truppen zuvor. Paula Oppel hatte überlebt. Sie starb 1992 in Sprockhövel, der letzte Zeitzeuge, ihr Sohn Günter, folgte ihr drei Jahre später.
Das alte Haus steht nicht mehr, Röttgens Weide heißt heute Otto-Hagemann-Straße und das frühere "Judensträßchen" durch Röttgens Gartenland trägt den unverfänglichen Namen Beisenbruchstraße. Keine Straße, nicht einmal eine Gedenktafel erinnert heute an die vertriebenen und ermordeten Sprockhöveler Juden.
Karin Hockamp
Quellen und Literatur: Stadtarchiv Sprockhövel, Meldebücher der Gemeinden Nieder- und Obersprockhövel, Bestand F, Nrn. 59 und 64. Sammlung Familie Röttgen Alltag in Hattingen 1933-1945. Eine Kleinstadt im Nationalsozialismus (Katalog zur Ausstellung), hrsg. von der VHS Hattingen, Hattingen 1983. Bernhard Brillling, Die jüdischen Gemeinden, in: Westfälische Geschichte, hrsg. von Wilhelm Kohl, Bd. 2, Düsseldorf 1983 Gerd Helbeck: Juden in Schwelm, Schwelm 1988 Kauft nicht beim Juden! Die Familie Blume, in: Hittepenner zwischen Katzenstein und Gellegau. Aus dem Blankensteiner Alltag, hrsg. von der VHS Hattingen, Hattingen 1989 Thomas Noelle: Chronik von Sprockhövel, (Manuskript),1847 Benno Reicher: Jüdische Geschichte und Kultur in NRW, Essen 1993
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